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Abenteuer Naturschutz

03.11.2022 Erstellt von Detlev Finke

Für den Schierlings-Wasserfenchel konnten mit einem Schwimmfloß schwer zugängliche Ansiedlungsflächen erschlossen werden

Auch in diesem Jahr konnten an der Elbe in Schleswig-Holstein wieder Ansiedlungen zu dem vom Aussterben bedrohten Schierlings-Wasserfenchel durchgeführt werden. Die Ansiedlungsmaßnahmen im Außendeichsbereich der Elbe sind in der Regel recht abenteuerlich. Häufig muss man sich durch dichtes Schilf schlagen oder schlickige Wattbereiche durchqueren um zu den Ansiedlungsstandorten zu gelangen. Vielfach sind diese auch nur mit einem Boot zu erreichen.

Im Oktober konnten nun mit einem Schwimmfloß weitere Standorte zur Ansiedlung des Schierlings-Wasserfenchels am Fährmannssander Watt und an einer Kleiabgrabung bei der Hetlinger Schanze erschlossen werden. Wurde die Aktion in den schwer zugänglichen Flachwasserbereichen zunächst skeptisch gesehen, so gestaltete sich das Unterfangen mit dem Schwimmfloß jedoch als spannend und gut machbar. Geholfen haben bei der Aktion wieder einige freiwillige Helfer*innen, die z.Zt. bei der Integrierten Station Unterelbe (ISU) ein Praktikum machen oder ein Bundesfreiwilligenjahr absolvieren. Ebenfalls wurde die Aktion wieder von der Biostaudengärtnerei Tolksdorf & Beckers aus Kalübbe auch ehrenamtlich unterstützt. Ihnen allen sei recht herzlich gedankt!

Der Schierlingswasserfenchel (Oenanthe conioides) ist eine prioritäre Arte des Anhangs II der FFH-Richtline. Die nur an der Unterelbe zwischen Glückstadt und Geesthacht vorkommende Art ist zudem vom Aussterben bedroht. Seit mittlerweile 8 Jahren führt daher die Artenagentur in Kooperation mit der Integrierten Station Unterelbe des Landes Schleswig-Holstein Ansiedlungsprojekte zu der Art durch. Inklusive der diesjährigen Ansiedlungen konnten in den zurückliegenden Jahren über 3.000 Exemplare an 208 Standorten an der schleswig-holsteinischen Unterelbe angesiedelt werden. Einen aktuellen Stand zu dem Projekt finden Sie auf unserer Projektseite.

 

 


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