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Auf dem Weg zur „Modellgemeinde für Artenvielfalt“

27.08.2026 Erstellt von Wiebke Schoenberg, Helge Neumann

Rellingen präsentiert neues „Umsetzungshandbuch Biodiversität“ auf Auftaktveranstaltung

Kommunen können einen wesentlichen Beitrag zur Förderung der biologischen Vielfalt leisten. Im Rahmen der Biodiversitätsstrategie des Landes Schleswig-Holstein werden durch das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur (MEKUN) somit Fördermittel für bis zu drei „Modellgemeinden für Artenvielfalt“ zur Verfügung gestellt. Der DVL begleitet dieses Projekt aus der Biodiversitätsstrategie von der Auswahl der Gemeinden bis zur Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen. Ziel der Modellgemeinden ist es, aufzuzeigen, wie die Artenvielfalt auf kommunalen Flächen und im Gemeindegebiet nachhaltig gefördert werden kann. Mit Rellingen im Kreis Pinneberg hat nun die erste Modellgemeinde mit Förderung des Landes ein „Umsetzungshandbuch Biodiversität“ erstellen lassen und startete mit dem Besuch von Umweltstaatssekretärin Katja Günther in die Phase der Maßnahmenumsetzung.

Bei ihrem Besuch informierte sich die Staatssekretärin zunächst über die Inhalte des Umsetzungshandbuchs, das als Leitfaden für die künftige Pflege und Entwicklung der kommunalen Flächen durch ein Planungsbüro erarbeitet wurde. Hierfür wurden unter besonderer Berücksichtigung des Biotopverbunds Potentialräume ermittelt, sämtliche kommunale Flächen begangen, Arten erfasst und darauf aufbauend konkrete Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität ausgearbeitet. Für jede Fläche entstanden so individuelle Handlungsempfehlungen – von heimischen Staudenpflanzungen über die Entwicklung von Rückzugs- und Nistmöglichkeiten bis hin zu angepassten Pflege- und Mähkonzepten oder auch Gewässeranlagen. Rellingens Bürgermeister Marc Trampe betonte die Vorbildfunktion des Projekts und die Bedeutung des Handbuchs als Grundlage für eine langfristige naturnahe Entwicklung in seiner Gemeinde. Im Anschluss konnte sich Katja Günther vor Ort einen Eindruck von den Flächen Rellingens verschaffen und besichtigte ein Regenrückhaltebecken, an dem mit der insektenfreundlichen Mosaikmahd und der Schaffung von Offenboden bereits einige der empfohlenen Maßnahmen umgesetzt wurden. Günther zeigte sich überrascht von dem Entwicklungspotential eines technischen Bauwerks und lobte das Engagement der Gemeinde: Kommunen kennen ihre Flächen am besten und können entscheidend zur Stärkung der biologischen Vielfalt beitragen. Mit dem Leiter des Rellinger Bauhofs diskutierte sie die Möglichkeiten, über die insektenfreundliche Pflege der Grünflächen auch Arbeitszeit einzusparen. 

Der Landschaftspflegeverein Kreis Pinneberg war bereits in die Phase der Handbucherstellung eingebunden und wird die Gemeinde zusammen mit dem DVL auch bei der Umsetzung von weiteren Maßnahmen in diesem und in den kommenden Jahren unterstützen. 


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