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Auf den Spuren des vom Aussterben bedrohten Lämmersalats

03.02.2026 Erstellt von Christoph Gasse

Erfolgreicher Ackerwildkrautschutz wird fortgesetzt

Unser DVL-Regionalbüro für die Kreise Herzogtum Lauenburg und Stormarn Süd ist aktuell dabei, über den DVL-Angebotskatalog die letzten ein- und zweijährigen Verträge für das Jahr 2026 abzuschließen. In diesem Jahr sind bereits einige Verträge für sandige Ackerflächen im Süden des Herzogtum Lauenburgs neu hinzugekommen. So hatte beispielsweise der Biohof Ahlers aus Sarnekow nach ersten positiven Erfahrungen mit den DVL-Verträgen im letzten Jahr auch für 2026 wieder Interesse an unseren Katalog-Verträgen bekundet. Das Regionalbüro konnte mit dem Betrieb daraufhin für dieses Jahr bereits jeweils einen Vertrag zum „Weite Reihe-Getreide“ und zur „Einjährigen Selbstbegrünung“ abschließen. 

Der Kontakt zu dem Biohof Ahlers kam 2025 über den Fund eines besonderen Ackerwildkrauts zustande. Anfang März wurde unser Regionalbüro durch einen Ackerwildkrautexperten auf mehrere Exemplare des Lämmersalats auf einem mageren sandigen Acker in der Nähe von Sarnekow aufmerksam gemacht. Im Randbereich zu einem Weg zeigten sich die ersten Blattrosetten dieser in Schleswig-Holstein vom Aussterben bedrohten Pflanzenart. Dankbar für den Hinweis auf diesen Fund begann die Recherche nach dem Bewirtschafter der Fläche. Es stellte sich heraus, dass der Biohof Ahlers diese Fläche bewirtschaftet und die Frühjahrsbestellung des gesamten Ackers mit Mais auf dem Betriebsplan stand.

Der Betriebsleiter Hendrik Ahlers zeigte sich in dem folgenden Beratungsgespräch sofort sehr daran interessiert, den Bestand des Lämmersalats über die Möglichkeiten des DVL-Angebotskatalogs zu erhalten. Um zu vermeiden, dass die Vorkommen der Ackerwildpflanze bei der Frühjahrsbestellung umgepflügt wurden, erklärte sich Herr Ahlers bereit, die Randbereiche als einjährige Brache bis zum Jahresende stehen zu lassen und den Lämmersalatpflanzen so ungestört ein Aussamen zu ermöglichen. Zusätzlich wurde ein feldmittiger Brachstreifen angelegt. Über das Vertragsmuster „Einjährige Selbstbegrünung“ konnte das Vorkommen des Lämmersalats somit erhalten werden und auch für die nächsten Jahre ist ein Erhalt gewährleistet, da die Fläche ab 2026 über das Programm „Kleinteiligkeit im Ackerbau“ im Vertragsnaturschutz bei der Landgesellschaft Schleswig-Holstein angemeldet ist. Um die günstigen Bedingungen für den Lämmersalat zu sichern, begleitet das Regionalbüro den Betrieb bei der Festlegung der im Vertragsmuster vorgeschriebenen Brachstreifen.

Neben Herrn Ahlers haben im Beratungsgebiet bereits mehrere Betriebe Ackerverträge für das Jahr 2026 abgeschlossen. Weitere Interessenten können sich gerne bei unserem Regionalbüro melden, welches dieses Frühjahr einen besonderen Schwerpunkt auf den Ackerwildkrautschutz auf Sandäckern legen möchte. Die Beratungen laufen noch bis zu den anstehenden Frühjahrsbestellungen.

Die genannten Maßnahmen des DVL-Angebotskataloges werden mit Mitteln des Landes Schleswig-Holstein gefördert.


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