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„Gemeinwohlprämie“

04.03.2020

Neues Honorierungssystem jetzt auf Bundesebene anwendbar

Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) liefert mit der „Gemeinwohlprämie“ einen umfassenden und praxistauglichen Vorschlag zur Ausgestaltung der Eco-Schemes („Öko-Regelungen“) im Rahmen der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) nach 2020. Im Mittelpunkt der Gemeinwohlprämie steht das unternehmerische Denken und Handeln von Landwirten. Der DVL-Vorsitzende Josef Göppel fordert: „Die Verantwortlichen in Deutschland sollten bei ihren aktuellen Beratungen diesen neuen Impuls für die Ausgestaltung der GAP aufgreifen. Die EU lässt uns diesen Gestaltungsspielraum“.

Die Gemeinwohlprämie basiert auf einem Bewertungs- und Honorierungssystem für insgesamt 19 Maßnahmen auf Acker, Grünland und Sonderkulturen sowie Stickstoff- und Phosphor-Bilanzen. Landwirtinnen und Landwirte können so ihre Gemeinwohlleistungen passgenau für ihren Betrieb kalkulieren. Diese werden ihnen dann über die 1. Säule der GAP einkommenswirksam entgolten. Über die 2. Säule kann dieser flächenhafte Ansatz schwerpunktmäßig durch gezielte, qualitativ hochwertige und mehrjährige Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen ergänzt werden. „Dieses Prinzip greift das unternehmerische Selbstverständnis der Landwirte auf, motiviert zu mehr Umweltschutz und passt deshalb sehr gut in die Zeit“, sagt Göppel.

Der DVL fordert in der GAP endlich einen Systemwechsel, um auf die drängenden Herausforderungen wie den Klimawandel und den Biodiversitätsverlust zu reagieren. „Der Vorschlag dazu liegt jetzt auf dem Tisch und alle Betriebe, von Schleswig-Holstein bis Baden-Württemberg können mitmachen“, betont Dr. Jürgen Metzner, Geschäftsführer des DVL. „Mit einem „Weiter so“ würden drängende Probleme nur verschoben!“, mahnt Metzner.

HINTERGRUND

Die Gemeinwohlprämie ist kein theoretisches Gedankenmodell, sondern basiert auf umfangreichen praktischen Untersuchungen. Erkenntnisse aus Schleswig-Holstein wurden mit Hilfe von Landschaftspflegeorganisationen aus Brandenburg, Sachsen und Baden-Württemberg weiterentwickelt. Dabei wurden Daten von 93 landwirtschaftlichen Betrieben unterschiedlicher Betriebstypen erhoben und naturschutzfachlich evaluiert. Zusätzlich überprüfte das „Thünen Institut für Ländliche Räume“ durch Befragungen in Agrar- und Umweltverwaltungen, wie die Maßnahmen in den Integrierten Verwaltungs- und Kontrollsystemen (InVeKoS) der Bundesländer administriert und kontrolliert werden können. Die Agrarökonomen Prof. Dr. Uwe Latacz-Lohmann und Dr. Gunnar Breustedt (Universität Kiel) haben die Berechnungsmethode weiterentwickelt und Modellrechnungen zur Ermittlung der Betriebszahlungen durchgeführt. Die Arbeiten erfolgten im Rahmen eines 2,5-jährigen Forschungs- und Entwicklungsprojektes des Bundesamtes für Naturschutz, gefördert mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Die aktuellen Veröffentlichungen zur Gemeinwohlprämie

DEUTSCHER VERBAND FÜR LANDSCHAFTSPFLEGE (DVL) E. V. (Hrsg.) (2020): Gemeinwohlprämie – Ein Konzept zur effektiven Honorierung der Umwelt- und Klimaschutzleistungen der Landwirtschaft innerhalb der Öko-Regelungen in der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) nach 2020. Entwickelt in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung. DVL, Ansbach.

DEUTSCHER VERBAND FÜR LANDSCHAFTSPFLEGE (DVL) E. V. (Hrsg.) (2020): Steckbriefe für die Maßnah-men der Gemeinwohlprämie. Bewertung der Umweltleistungen und Hinweise zur verwaltungstechnischen Umsetzung in der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik in Deutschland. DVL, Ansbach.

sowie die wissenschaftlichen Forschungsberichte stehen hier zum Download zur Verfügung.

 

Pressekontakt:
Leonhard Mäckler, Deutscher Verband für Landschaftspflege Promenade 9, 91522 Ansbach, Tel: 0981/180099-24, E-Mail: l.maeckler@lpv.de 

Fachkontakt: 
Corinna Friedrich, Deutscher Verband für Landschaftspflege, Promenade 9, 91522 Ansbach, Tel: 0981/180099-11, E-Mail: c.friedrich@lpv.de


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