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Lebensräume für Vögel, Fledermäuse & Co im Siedlungsbereich fördern

10.08.2026 Erstellt von Wiebke Schoenberg

Seminar zur erfolgreichen Umsetzung von Artenschutzmaßnahmen in Preetz

Wenn es um den Erhalt und die Förderung der biologischen Vielfalt im Siedlungsraum geht, stehen häufig erst einmal die Pflege und die Entwicklung kommunaler Grünflächen im Vordergrund. Doch durch welche Maßnahmen können Lebensräume in Siedlungen für ganze Artengruppen oder auch für einzelne schützenswerte Tierarten optimiert bzw. entwickelt werden? Diesen Fragen gingen rund 40 Teilnehmer*innen aus Verwaltungen, Naturschutzvereinen und Planungsbüros in einem vom DVL organisierten BNUR-Seminar nach. Im Verlauf der Veranstaltung, die Ende Juni in Zusammenarbeit mit der Stadt Preetz stattfand, wurden zuerst die Voraussetzungen für den erfolgreichen Schutz verschiedener Artengruppen vorgestellt. Anhand praktischer Beispiele im Gelände wurden anschließend Maßnahmen veranschaulicht und diskutiert. 

Prof. Thomas Hauck verdeutlichte in seinem einführenden Vortrag anschaulich, dass sich gute fachliche Voraussetzungen für zielgerichtete Artschutzmaßnahmen besonders dann ergeben, wenn die Bedürfnisse wildlebender tierischer Siedlungsbewohner bereits bei der städtebaulichen Planung berücksichtigt werden. Ein innovativer Ansatz hierfür ist das Animal-Aided Design. Elise Dierking zeigte anhand ihrer Untersuchungsergebnisse zum Vorkommen von Heuschrecken in der Stadt Preetz, wie wichtig der Biotopverbund im Siedlungsbereich vor allem für mobile Arten ist. Dass die Wirksamkeit von Verbundflächen durch das Verhören der artspezifischen Heuschreckengesänge gut erfasst werden kann, war für einige der Zuhörer*innen vermutlich überraschend. Wie verschiedene weitere Artexperten im Anschluss verdeutlichten, sind je nach Artengruppe weitere Anforderungen zu berücksichtigen. So erläuterte Arne Drews vom Landesamt für Umwelt, dass Wildbienen und andere Insekten neben großflächigen blütenreichen Wiesen auch Strukturen wie Totholz und Offenboden benötigen. Attraktive Lebensräume lassen sich so auch in dem eigenen Garten gestalten. Nach den Ausführungen von Dr. Jan Kieckbusch von der Staatlichen Vogelschutzwarte profitieren von den ca. 40–50 Vogelarten, die im Siedlungsraum auftreten, hingegen einige von prädationsfreien Brutplätzen auf Dächern oder in Baumhöhlen und Gebäuden. Gefahren z.B. durch Glasanflug sind jedoch präsent und werden in der Planung von Gebäuden oft unterschätzt. Der Fledermausexperte Florian Gloza-Rausch stellte anschaulich dar, dass ähnliches für den Verlust von Höhlen und Schlupflöchern durch Gebäudesanierungen gilt, der für Fledermäuse ein besonderes Problem darstellt. Zum Abschluss des theoretischen Teils der Veranstaltung berichtete Jan Birk vom Umweltamt Preetz über die Herangehensweise und Artenschutz-Maßnahmen der Stadt Preetz. Nach seinen langjährigen Erfahrungen haben sich die folgenden Erfolgsfaktoren gezeigt: Faktenbasiertheit, gründliche Planung, Entschlossenheit zur Umsetzung und Kontinuität. 

Auf der anschließenden Exkursion wurden in der Preetzer Innenstadt Maßnahmen vorgestellt, die trotz dichter Bebauung bereits auf kleinem Raum wirksam sind. Die Teilnehmenden besichtigten auf dem Rundgang u.a. ein Staudenbeet, das mehr als 30 Bienenarten Lebensraum bietet, sowie eine wenige Quadratmeter große „Schwalbentankstelle“. Über Maßnahmen zum Schutz von Fledermäusen und Schellenten, die im Randbereich der Innenstadt heimisch sind, berichteten Antje Seebens-Hoyer und Ingo Ludwichowski vom NABU. Abschließend wurden stadteigene Grünlandflächen besucht, die am Rand der Siedlung nahe des Lanker Sees liegen. Hier zeigte die Lehrerin Mareke Wiese wie das Schulprojekt „Theos Wiese“ Naturschutzthemen in den Unterricht integriert und durch die Beweidung einer Wiese mit Skuddenschafen zu dem Mosaik verschiedener Nutzungen auf den städtischen Grünlandflächen beiträgt. Mit Blick auf den See konnten Fragestellungen des Artenschutzes und der praktikablen Landschaftspflege ausgiebig erörtert werden.

Wir danken der Stadt Preetz für die Unterstützung und dem BNUR für die gute Zusammenarbeit, sowie allen Referenten/innen für ihre spannenden Beiträge.


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