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Mahd einer orchideenreichen Feuchtwiese im Kastorfer Mühlenbachtal

17.08.2026 Erstellt von Christoph Gasse

DVL-Regionalbüro setzt erfolgreiche Pflegemaßnahmen der BUND Kreisgruppe Lübeck fort

Das Kastorfer Mühlenbachtal liegt an der Südgrenze der Hansestadt Lübeck und beherbergt ein besonderes Kleinod: Eine artenreiche Feuchtwiese. Das DVL-Regionalbüro Herzogtum Lauenburg/Stormarn Süd organisierte und begleitete im Juli erneut die Wiesenmahd, die für den Erhalt der lokalen Artenvielfalt notwendig ist. Für die Umsetzung wurde ein Lohnunternehmen beauftragt, das spezielle Maschinen für die Feuchtwiesenpflege einsetzt. Das Mahdgut wurde im Nachgang direkt aus der Wiese geborgen und zunächst randlich gelagert. Für den Herbst ist eine zweite Pflegemahd geplant. Die Aufwüchse der beiden Schnitte werden dann von einem ortsansässigen Landwirt aufgenommen und abgefahren, um sie zur Humusanreicherung auf einem Acker auszubringen.

Die Feuchtwiese befindet sich im Eigentum der Gemeinde Bliestorf. Nachdem die Fläche einige Jahre lang brach lag, gelang es der Kreisgruppe Lübeck des BUND durch ihr ehrenamtliches Engagement, aus einem Schilfdickicht wieder den ursprünglichen charakteristischen Artenbestand einer extensiv genutzten Feuchtwiese zu entwickeln. Hierfür wurde die Fläche bereits seit 1985 zweimal jährlich per Hand gemäht. Heute finden sich auf der Wiese wieder 35 Pflanzenarten, darunter auch zahlreiche Arten, die in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Schleswig-Holsteins geführt werden. So stehen Arten wie das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis), der Kleine Baldrian (Valeriana dioica), die Aufsteigende Segge (Carex demissa), der Fieberklee (Menyanthes trifoliata) und das Sumpfläusekraut (Pedicularis palustris) im Kastorfer Mühlenbachtal wieder jedes Jahr in Blüte. Damit hat diese Fläche auch ein hohes Potential, zukünftig dem Lebensraumtyp (LRT) der „kalkreichen Niedermoore“ zugeordnet werden zu können, der nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie besonders schützenswert ist (FFH-LRT 7230). Bereits im letzten Jahr hatte der DVL auf Veranlassung des BUND die Betreuung der Wiese übernommen. Nach Rücksprache mit dem Landesamt für Umwelt gilt es nun, durch eine angepasste Pflege die typische Vegetation eines kalkreichen Niedermoores weiter zu fördern.

Die Maßnahme dient der Umsetzung des landesweiten „FFH-Lebensraum-Prioritätenkonzeptes“ und wurde durch das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein (MEKUN) gefördert.


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