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Ökologie und Management Kalkreicher Niedermoore in Theorie und Praxis

10.08.2026 Erstellt von Wiebke Schoenberg

5. Seminar zur Umsetzung des Landes-Prioritätenkonzeptes FFH-Lebensraumtypen

Kalkreiche Niedermoore sind in Schleswig-Holstein sehr selten und zählen zu den Lebensraumtypen (LRT), die durch die FFH-Richtlinie streng geschützt sind. Gemeinsam mit dem Landesamt für Umwelt (LfU) führte der DVL am 16. Juni 2026 in Lehmkuhlen erneut eine BNUR-Veranstaltung zur Umsetzung des FFH-Prioritätenkonzeptes S.-H. durch, bei der in diesem Jahr die kalkreichen Niedermoore (LRT 7230) im Mittelpunkt standen. Die mit rund 50 Teilnehmenden gut besuchte Veranstaltung begann mit Vorträgen zu Ökologie und Verbreitung des LRT 7230. Anschließend wurden anhand von Praxisbeispielen Maßnahmen zum Erhalt und zur Entwicklung der Kalkreichen Niedermoore vorgestellt und diskutiert. Der Verein HIKULA stellte seine langjährigen Erfahrungen im Management der Lange-Damm-Wiesen in Brandenburg vor und die Lokale Aktion Naturpark Westensee Obere Eider berichtete über das erfolgreiche Management verschiedener Flächen im Naturpark.

Bei strahlendem Sonnenschein ging es dann zur Exkursion auf eine kleine, aber feine 7230er-Fläche bei Selent am Dobersdorfer See, die seit Jahren durch die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises Plön, das LfU und mittlerweile auch das DVL-Regionalbüro Plön betreut wird. Nach der Vorstellung der aktuellen Pflegemaßnahmen wurde mit Unterstützung von Dr. Silke Lütt (LfU) ausgiebig botanisiert. Auf der sehr artenreichen Fläche konnten zahlreiche seltene und stark bedrohte Pflanzenarten gefunden werden, die kennzeichnend für die kalkreichen Niedermoore sind, z.B. das Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris), der kleine Baldrian (Valeriana dioica), die Flohsegge (Carex pulicaris) sowie das vom Aussterben bedrohte Firnisglänzende Sichelmoos (Hamatocaulis vernicosus). Highlights waren außerdem verschiedene Orchideenarten, wie z.B. das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) und die Sumpf-Ständelwurz (Epipactis palustris). Abschließend bewerteten die Teilnehmenden gemeinsam den Erhaltungsgrad der Fläche. Darauf aufbauend wurden Ideen für das zukünftige Management des Kalkreichen Niedermoores und der umliegenden Flächen gesammelt und diskutiert.

Vielen Dank für diese gelungene Veranstaltung an alle Referent*innen und die engagierten Teilnehmer*innen sowie an das BNUR für die gute Versorgung mit Kaffee und Kuchen unter einem schattenspendenden Baum!


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