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Vom neu angelegten Gewässer zum lebendigen Biotop

11.05.2026 Erstellt von Jessica Richter

DVL nimmt Amphibiengewässer in den Blick

Naturschutz braucht Geduld: Erst nach einigen Jahren zeigt sich, ob aus einem neu angelegten Kleingewässer ein artenreicher Lebensraum geworden ist. Genau dieser Entwicklungsprozess steht im Mittelpunkt einer aktuellen Frühjahrsbereisung der DVL-Koordinierungsstelle. Zusammen mit den DVL-Regionalbüros nehmen wir hierbei zahlreiche Gewässer in den Blick, die gemeinsam mit unterschiedlichen Partnern in den vergangenen Jahren angelegt wurden, um insbesondere auch Amphibien zu fördern.

Bei unseren noch laufenden Besichtigungen achten wir besonders darauf, wie sich die Wasserführung sowie die Gewässer- und Uferstrukturen entwickelt haben. So entsteht ein umfassendes Bild davon, welche Standorte bereits geeignete Lebensräume darstellen und wo noch weiterer Pflege- oder Entwicklungsbedarf besteht.

Wichtige Hinweise auf den Gewässerzustand geben vor allem auch die Tier- und Pflanzenarten, die dort inzwischen vorkommen. Eine Kombination aus Wasserpflanzen, geschützten Flachwasserbereichen und feuchten Randzonen bietet Fröschen, Kröten und Molchen besonders geeignete Lebensbedingungen. Während Laichkräuter im Wasser Deckung und Eiablageplätze schaffen, bietet eine strukturreiche Ufervegetation auch wichtige Aufstiegsmöglichkeiten für Libellenlarven. Bei unseren Begehungen konnten wir aktuell beispielsweise zahlreiche schlüpfende Plattbauchlibellen beobachten. Diese Pionierart besiedelt offene, sonnige Wasserflächen und zeigt damit, dass auch neu angelegte Standorte bereits wichtige Lebensraumfunktionen übernehmen. Als Highlights konnten wir an einigen Gewässern auch Kammmolche und Laubfrösche nachweisen, deren Bestände in Schleswig-Holstein jeweils gefährdet sind.

Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass sich viele der angelegten Gewässer bereits positiv entwickelt haben. Gleichzeitig wird deutlich, dass sich diese Lebensräume dynamisch verändern: Wasserstände schwanken, Vegetation entwickelt sich weiter, Beschattung kann zunehmen und auch die Artenzusammensetzung wandelt sich über die Jahre. Eine Begleitung dieser Entwicklung und gegebenenfalls angepasste Pflegemaßnahmen helfen dabei, die Gewässer langfristig als Lebensräume für Amphibien, Libellen und weitere wassergebundene Arten zu erhalten. Die DVL-Regionalbüros behalten die Gewässer daher auch zukünftig weiter im Blick.


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